Eine der häufigsten Fragen, die mir gestellt werden, lautet: „Und wenn ich in Hypnose bin, erzähle ich dann alle meine Geheimnisse?“ Die kurze Antwort: nein, so funktioniert Hypnose nicht. Die ausführliche Antwort ist spannender, und sie nimmt vielen Menschen die Sorge, bevor sie überhaupt erst so richtig entstanden ist.
Woher kommt die Sorge überhaupt?
Fernsehen, Filme und Showhypnose haben ein Bild geprägt: Der Hypnotiseur schnippt mit den Fingern, und die Person plaudert willenlos alles aus. Das sieht spektakulär aus, hat aber mit dem, was in einer Hypnose tatsächlich passiert, wenig zu tun. Wer Hypnose nur aus dieser Ecke kennt, bekommt verständlicherweise ein mulmiges Gefühl.
Was in Hypnose wirklich passiert
In Hypnose sind Sie nicht bewusstlos und nicht „weg“. Sie sind ganz tief entspannt, Ihre Aufmerksamkeit ist nach innen gerichtet, und Sie nehmen in aller Regel mit, was um Sie herum und in Ihnen geschieht. Sie bleiben ein Mensch mit eigenem Willen, mit Werten und mit einer eigenen Grenze. Wenn etwas nicht zu Ihnen passt, können Sie es ablehnen, und Sie können jederzeit die Hypnose beenden.
Wie tief jemand in Hypnose geht, ist außerdem sehr unterschiedlich. Es gibt leichte, mittlere und tiefe Zustände, und nicht jeder Mensch erreicht jeden Zustand. Die Vorstellung „einmal hypnotisiert, alles ausgeliefert“ stimmt so nicht.
Gilt das auch für Hypnoseshows?
Bei einer Show suchen sich Hypnotiseure gezielt Menschen aus, die besonders gut auf Hypnose ansprechen, und die Teilnehmer gehen dort bewusst auf eine Bühne und machen mit, weil sie Spaß haben wollen. Auch dort gilt: Wer sich nicht wohlfühlt, kann „nein“ sagen. Ein verantwortungsvoller Hypnotiseur wird niemanden nach Peinlichem oder Intimem fragen. Er hat Interesse daran, dass die Teilnehmer die Bühne mit einem guten Gefühl verlassen.
Und „sagt man unter Hypnose die Wahrheit“?
Auch das ist eine Frage, die immer wieder auftaucht: Ist Hypnose so etwas wie ein Lügendetektor? Hier lohnt der Blick auf unser Gedächtnis. Es speichert nicht wie eine Kamera, sondern setzt Erinnerungen immer wieder neu zusammen, abhängig von Gefühlen, Alter und Erfahrung. Was jemand in Hypnose erzählt, ist für ihn „seine Wahrheit“, also das, wie er es erlebt und gespeichert hat. Das kann sich mit dem tatsächlichen Geschehen decken, muss es aber nicht. Aus diesem Grund taugen Aussagen aus einer Hypnose nicht als verlässlicher Beweis, und ein Lügendetektor ist Hypnose nicht.
Für die Arbeit mit Menschen ist das übrigens gar kein Nachteil: Bei einem Coaching geht es nicht darum, die „objektive“ Wahrheit zu finden, sondern darum, wie jemand ein Erlebnis empfindet und wie er damit besser zurechtkommt.
Was Sie tun können, damit Sie sich wohlfühlen
- Fragen Sie vorher. Ein seriöser Hypnotiseur erklärt Ihnen den Ablauf, bevor es losgeht, und beantwortet Ihre Fragen geduldig.
- Sagen Sie, was Sie nicht möchten. Themen, über die Sie nicht sprechen wollen, bleiben außen vor.
- Vertrauen Sie Ihrem Gefühl. Wenn die Chemie nicht stimmt, suchen Sie sich jemand anderen.
- Erinnern Sie sich: Sie haben die Kontrolle. Sie entscheiden, ob und wie weit Sie sich auf Hypnose einlassen.
Hypnose erleben, in Ruhe und mit Vertrauen
Mir ist wichtig, dass Sie sich bei mir wohlfühlen. Deshalb nehme ich mir vorab Zeit für ein Gespräch, erkläre Ihnen den Ablauf und beantworte alle Ihre Fragen, auch die, die Sie vielleicht für „komisch“ halten. Sie bestimmen, worüber wir sprechen und wie weit Sie sich auf Hypnose einlassen. Viele Menschen sind überrascht, wie angenehm und entspannt sie Hypnose erleben, und freuen sich danach über die Ruhe.
Wenn Sie neugierig geworden sind: Melden Sie sich gern bei mir, dann klären wir in Ruhe, was Sie sich wünschen und wie ich Sie dabei begleiten kann.
Dieser Beitrag gibt allgemeine Informationen zur Hypnose und ist kein Ersatz für ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Hypnosecoaching ist kein Heilverfahren, und Erfolge können nicht garantiert werden. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.